Homestory

Zu Gast bei Lena Terlutter in Köln.

Als Unternehmerin, Shop-Besitzerin, Stylistin und Autorin gibt Lena Terlutter Modetipps und Empfehlungen für die stilvolle Inszenierung der eigenen vier Wände. Eine halbe Million Abonnenten folgen der 37-Jährigen inzwischen auf Instagram. Sie führt mehrere Unternehmen und ist außerdem Mutter von drei Töchtern und bald eines vierten Kindes. Ob die neusten Frühjahrstrends oder angesagte Accessoires – Lena Terlutter kennt sich bestens aus und hat ein Gespür für Kommendes. Interieur und Fashion gehören für die Expertin zusammen. Wir haben sie interviewt.

Sie wohnen mit Ihrem Mann und Ihren drei Kindern auf einem wunderschönen Gutshof in Köln. Wie würden Sie Ihren Einrichtungsstil beschreiben?

Clean, modern und unkompliziert. Ich bin kein Typ für Schnörkel oder Ähnliches. Meine Interior-Sprache ist kubisch und elegant. Bei uns ist alles hell, es gibt mir Ruhe und sieht immer aufgeräumt aus.

Sind Sie beim Gestalten immer einig mit der Familie? Wie gelingt es Ihnen als Fashion-Unternehmerin, geschmackvoll und gleichzeitig kindergerecht einzurichten?

Das überlässt mein Mann ganz mir. Er liebt meinen Geschmack und unser von mir eingerichtetes Zuhause. Es ist immer eine Challenge, dem eigenen Geschmack nachzugehen und gleichzeitig kindgerecht zu sein. Wir haben bei uns ganz klare Kinder-Spielecken und Spielzimmer, sodass die Kids genau wissen, wo sie auch mal chaotisch sein können. Ich habe bei unserer Möbelwahl keine Rücksicht genommen auf mögliche Flecken, die entstehen können. Ich nehme lieber ein bisschen mehr Schrubben in Kauf als Möbel, die mir nicht gefallen oder nur funktionell sind. Auf einem braunen Sofa gäbe es auch Flecken, man würde sie vielleicht weniger sehen, aber da sind sie dennoch! Die Kinder wachsen damit auf, dass mir Ästhetik und das Interieur enorm wichtig sind. Ich glaube, es prägt sie, denn mein hohes Maß an Interesse an diesen Themen kommt auch von meinen Eltern.

Was macht ein Zuhause für Sie stilvoll und dabei auch ganz persönlich?

Es ist wie bei Kleidung – Stil kann man nicht kaufen. Man muss es fühlen, es in sich haben und vor allem mit Leidenschaft ausleben. Ein Haus wird erst dann ein Zuhause, wenn es eine persönliche Note hat. Ich habe viele Erbstücke, Kunst oder Bilder der Kinder bei uns im Haus. Das Interieur ist ein Mix aus Design- Klassikern, Flohmarkt-Funden und Spontankäufen. Ich liebe es, mich zu verändern, Möbel umzustellen, dem Raum einen ganz neuen Look zu geben. Es erfordert Zeit und manchmal Mut, aber es lohnt sich.

Welche Accessoires für die Wohnung sind 2020 im Trend?

Ich setze mich nicht groß mit den Trends auseinander. Meist begegnen sie einem, so wie Teddystoffe für Möbel, Back to Nature, 80’s und 70’s, Velvet & Lounges – alles Dinge, die für 2020 prognostiziert worden sind. Es macht Spaß, mitzumachen oder den einen oder anderen Trend in Wohnaccessoires zu spiegeln. Aber grundsätzlich würde ich immer auf Klassiker setzen.

Welche Einrichtungstrends sehen Sie für die kommenden Jahre?

Die Interior-Branche ist ja viel langlebiger als die Mode. Wie lange sind nun schon Marmor-Oberflächen oder Berberteppiche „in“?! Für die nächsten Jahre bleibt es cozy, natürlich und zurückhaltend. Das sagen zumindest die Trendforscher.

Welche Verbindungen gibt es für Sie zwischen Interior-Design und Mode?

Wie schon erwähnt, ist die Mode sehr viel schneller. Was beide gemeinsam haben: Weniger ist mehr. Man sollte seinen Stil finden, ihm treu bleiben und liebermal länger auf ein begehrenswertes Stück sparen als jeden Trend mitzumachen.

Warum überleben manche Designerstücke und andere nicht?

Es sind erst dann Design-Klassiker, wenn sie viele Jahre „überleben“ und immer wieder neu interpretiert werden. Qualität setzt sich immer durch und viele Leute sind unsicher, passen sich also lieber an. „Ich will nichts falsch machen“‚ höre ich oft, wenn es um Einrichtung geht. Das finde ich ziemlich schade. Lieber würde ich alles in den Augen anderer falsch machen und mich wohlfühlen, als es anderen recht zu machen und keinen eigenen Stil zu haben

Was ist für Sie ein typisches Lifetime- Piece und warum?

Der Eames Lounge Chair war bereits bei seiner Markteinführung im Jahr 1956 sehr gefragt. Heute erfreut er sich noch größerer Beliebtheit und wird sogar in mehreren Designmuseen ausgestellt. Er ist also nicht nur ein unfassbar gemütlicher Loungesessel, sondern gleichzeitig ein zeitloses Unikat und zusätzlich eine Kapitalanlage.

Wo finden Sie die Inspirationen für Ihre Designempfehlungen?

Ich habe das große Glück, durch meinen Job viel reisen zu können. Ich liebe Hotel-Interieurs, Restaurants, Cafés und auch Geschäftsräume. Vor allem
Showrooms inspirieren mich. Ich liebe es auch, bei anderen Leuten zu Besuch zu sein. Auch mein Elternhaus ist eine große Inspirationsquelle für mich. Meine Eltern haben ein einmaliges Händchen für Kunst und Interieur und dazu eine atemberaubende Bibliothek.

Als Influencerin sprechen Sie Ihre Fans über Social-Media-Kanäle an. Wo sehen Sie die großen Vorteile dieses modernen Kommunikationsweges?

Es ist unfassbar schnell, interaktiv, modern und es kostet nichts. Noch nie konnte man so schnell seine Zielgruppe ansprechen und vor allem definieren. Wir wissen heute dank der demografischen Daten und Statistiken, wen wir wieso und wann ansprechen wollen oder können. Ich bin unglaublich dankbar für diese Möglichkeit und lerne nie aus. Spannend, wo das Ganze uns noch hinführt.

Vielen Dank für das Interview.

Die 37-jährige Unternehmerin, Shop-Besitzerin, Stylistin und Autorin wohnt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einem alten Gutshof in Köln

Auch die Kinderzimmer sind schlicht, modern und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet.

"Clean, modern und unkompliziert" - ihr Einrichtungsstil spiegelt sich auch in der Küche wider. Der Marmor und goldene Akzente veredeln den modernen Look.

"Grundsätzlich würde ich immer auf Klassiker setzen"

Moderner Charme in alten Gemäuern.

Fachwerkambiente trifft auf klare Linien - eine edle Kombination aus Tradition und Moderne.

Der Stil zieht sich durch alle Räume: Auch im Badezimmer sind Weiß und Gold die dominaten Farben

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